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Ablösung

Wie kommt es, daß ich so verletzbar bin?
Daß Neid mich sticht,
sobald ich merk, daß ich ersetzbar bin?
Mich braucht es nicht –
ich seh, ´s darf just am Platz, wo ich was kann,
ein andrer ran.

Wie kommt´s, daß mir´s den Tag vernichten kann,
sobald ich spür,
wie gut die Welt auf mich verzichten kann?
Da setzt man für
die Tätigkeit, worin ich Fachmann bin,
nen andern hin.

Mir brechen Zacken aus der Krone, mich
wirft´s um, ficht´s an.
Denn feststell´n muß ich: ´s läuft auch ohne mich.
Doch wird mir dann
bewußt: Ich bleib hier freilich nur auf Zeit –
was soll der Neid?

Der Frust, der lang bei mir gelistet ist,
er schrumpft zu nichts.
Es gilt, daß hier mein Amt befristet ist.
Und angesichts
von diesem Faktum kann der andre kein
Rivale sein.

Im Gegenteil, von dem Befund her muß
mein Konkurrent
mein Erbe sein. Wenn ich hier runter muß,
hoff ich, er kennt
sich aus und schafft, was mir unmöglich blieb.
Das wär mir lieb.

Mein Werkstück, Stückwerk, daran drechselt ich – –
jetzt ist´s soweit.
Das Zeichen zeigt, jetzt wird gewechselt, ich
tret nun beiseit,
und er tritt an. Man grüßt sich sachlich knapp,
ich geh ab.